Im vergangenen Jahr wurden die Umweltverbände, Jagdpächter, Landwirte, Angler und politischen Gremien über die beabsichtigte Renaturierung der Nidda informiert. Nun kann nach der ersten Renaturierungsmaßnahme im Bereich Einsiedel auch für den unteren Niddaverlauf mit der Planung begonnen werden. Hierfür erfolgten bereits die ersten Grundstücksverkäufe. Das ist der aktuelle Sachstand zur geplanten Niddarenaturierung in der Karbener Gemarkung. Grundlage der Planung ist der Maßnahmenkatalog zur Niddarenaturierung, den der Gewässerökologe Gottfried Lehr im Auftrag des Magistrats der Stadt Karben erarbeitet hat (siehe Download weiter unten). Lehr hat bereits mehrere Renaturierungsmaßnahmen geplant und umgesetzt, z. B. auch die Maßnahmen in Gronau. Demnach sind für Karben drei weitere Renaturierungsabschnitte der Nidda vorgesehen:
Für den unteren Verlauf von Klein-Karben bis Gronau kann nun die Renaturierungsmaßnahme konkretisiert werden, also die konkreten Ausführungsplanungen und Genehmigungsverfahren durch das Büro Lehr eingeleitet werden. Die dafür benötigten Grundstücke wurden bereits an die Gerty-Strohm-Stiftung verkauft. Die Gerty-Strohm-Stiftung hatte auch die Renaturierungsmaßnahmen im Niddaknie in Dortelweil und im weiteren Flussverlauf in Gronau durchgeführt.
Ziel der Renaturierungsmaßnahmen ist einerseits eine Verbesserung der ökologischen Bedingungen der Nidda und die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Andererseits dienen sie auch einem besseren Hochwasserschutz. Während im unteren Niddaverlauf die Verbesserung der Wasserökologie, der Tier- und Pflanzenwelt im Vordergrund steht, soll im innerstädtischen Renaturierungsabschnitt (zwischen Schwimmbad und Altenpflegheim) für den Menschen der Zugang zur Nidda geschaffen werden. Die Nidda führt mitten durch das Karbener Stadtzentrum. Sie soll für die Bevölkerung durch die Schaffung von Zugängen erlebbar gemacht werden. Kinder sollen darin wieder spielen können. Durch die Wahrnehmung der Nidda als lebendigen Fluss können sich die Menschen mit ihr identifizieren. "Leben am Fluss" soll wieder ein Thema sein. Durch die Schaffung von Zugangsbereichen für die Menschen in den Innenstadtbereichen können die Renaturierungsbereiche außerorts dann stärker der Natur überlassen werden.
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Maßnahmenkatalog zur Renaturierung der Nidda im Stadtgebiet von Karben (8,9 MB) |